Athena

Veröffentlicht am 11. April 2026 um 12:36

Netflix ist nicht gerade bekannt dafür qualitativ hochwertige Filme mit wirklich künstlerischem Anspruch zu produzieren. Glücklicherweise bestätigen Ausnahmen die Regel und der französische Athena ist einer dieser freudigen Ausnahmen. 

 

Wenn man Athena mit nur einem Wort beschrieben müsste, dann wäre es "intensiv". Die gesamte visuelle Präsentation, insbesondere die Kameraarbeit, bewegt sich hier auf einem Niveau, das schlicht atemberaubend ist. 

 

Der Film schafft es, die Ausschreitungen & Unruhen, bei denen man ohnehin kaum Gelegenheiten hat durchatmen zu können, perfekt in Szene zu setzen. Mithilfe teils komplexen Einstellungen und Plansequenzen wird das Geschehen so unglaublich realistisch, greifbar und spürbar dargestellt, wie man es nur selten zu sehen bekommt. Gerade die ersten 15 - 20min sind derart stark inszeniert, dass man sofort mitgerissen wird. Zusammen mit der ebenfalls grandiosen Musik ist das mit Abstand das beste am gesamten Film.

 

Abseits dessen hat Athena leider kaum was zu erzählen. Zwar ist der Film eher handlungsgetrieben als figurengetrieben, dennoch hätte ein emotionaler Kern dem Film wirklich gut getan. So bleiben die meisten Figuren am Ende eher schablonenhaft.

 

In der ersten Filmhälfte ist das noch durchaus verkraftbar und fällt zunächst kaum ins Gewicht, da (je nachdem wie man sich auf das Geschehen einlassen kann) die inszenatorische Kraft den Film problemlos alleine trägt. In der zweiten Hälfte jedoch will der Film spürbar zu viel, das Szenario verliert sich in abstrusen Entscheidungen und das Ende lässt einen sehr enttäuschend zurück.

 

Trotzdem mochte ich den Film unglaublich gerne, alleine wegen den beeindruckenden Bildern. Wer sich ein thematisch ähnlichen Film, mit mehr Tiefgang ansehen möchte, dann sind La Haine (dt. Hass) oder Les Misérables (2019) sehr zu empfehlen. Als visuelles Brett ist Athena aber allemal sehenswert. 

 

Punkte (8,5/10)


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