Bei Profondo Rosso fällt es mir tatsächlich schwer, genau zu erklären, warum er mich der Film letztlich nicht vollständig überzeugt konnte.
Ein großer Teil davon liegt vermutlich an meiner eigenen Erwartungshaltung und das ich weder ein besonders großer Fan des Genres noch von Dario Argento bin.
Kurz zur Einordnung: Bei Profondo Rosso handelt es sich um einen sogenannten Giallo, also einen italienischen Murder Mystery-Film, der sich unter anderem durch eine sehr explizite Gewaltdarstellung auszeichnet. In dieser Hinsicht liefert der Film genau das, was man vom Genre auch erwartet.
Der Film ist handwerklich sauber inszeniert, ist schön ordentlich brutal, baut über weite Strecken eine angenehm dichte Spannung auf und einige Momente sind einfach großartig, gerade gegen Ende. Trotzdem hat das für mich nicht gereicht.
Das offensichtlichste Problem ist dabei, wie so oft, die Laufzeit. Für über 2h ist mir persönlich die Handlung doch zu dünn gewesen, was gerade in der Filmmitte bemerkbar wird.
Hinzu kommt ein sehr eigenartigen Humor in gewissen Szenen, der gar nicht zu restlichen Stimmung passen will. Argento hat das zwar bewusst einbauen wollen, mich hat es jedoch immer wieder rausgerissen, da der Bruch zwischen Spannungs- & Humormomenten zu groß ist.
Und als Mystery- /Krimifilm fehlt mir zudem schlicht das gewisse Etwas. Klar, kann nicht jeder Genrebeitrag auf dem Niveau von bspw. Sieben sein, doch je schablonenhafter das Mysterium erzählt ist, desto mehr fühlt es sich für mich wie eine Tatort-Episode an, was bei Profondo Rosso leider der Fall war.
Dabei ist mir durchaus bewusst, dass der Film aus einer anderen Zeit stammt, wo solche Gimmicks und Erzählweisen noch nicht so sehr ausgelutscht waren wie es heute der Fall ist.
Am Ende ist Profondo Rosso für mich ein überdurchschnittlich guter Mysteryfilm, von dem ich mir lediglich gewünscht hätte, dass er etwas spezieller ist. Aber so ist das manchmal eben mit der eigenen Erwartungshaltung.
Wenn grundsätzlich etwas für das Genre übrig hat, sollte hier aber auf jeden Fall einen Blick riskieren.
Punkte (7,5/10)
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