Night Swim ist so ein Film, bei dem es mir wirklich schwer fällt, ihn überhaupt als Film zu bezeichnen. Das ist vielmehr ein reines Produkt von einem Mann (Jason Blum) und einem Studio (Blumhouse), die sich darauf spezialisiert haben, jede noch so bescheuerte Idee umzusetzen. Hauptsache sie wirft Geld ab.
Doch selbst in diesem Umfeld beweist Night Swim, dass es immer noch eine Stufe tiefer geht. Der Film besitzt kaum Qualität noch Quantität und ist vermutlich der uninspirierteste und langweiligste Horrormurks, der mir seit Slender Man untergekommen ist.
Angesiedelt im ohnehin schon ewig gestrigen "Verfluchter Gegenstand/Ort"-Genre, ist der Film zusätzlich auch noch unterdurchschnittlich unkreativ. Da ist es fast schon tragisch, dass die Idee des verfluchten Pools noch das Kreativste an der Kiste ist.
Hier steckt keine einzige Überraschung drin. Jede Handlungs- & Charakterentwicklung ist bereits ab der ersten Minute vollständig vorhersehbar und das setzt sich bei den Jumpscares konsequent fort. Klischee reit sich an Klischee, von plötzlich verschwundenen Sachen bis zur älteren Person, die wieder mehr weiß als unsere Hauptfiguren, ist alles drin. Das Resultat von all dem sind sterbenslangweilige 98min, die auch nicht enden wollen. Doch damit hören die Probleme leider noch nicht einmal auf.
Die Handlung ist nicht nur langweilig, sondern ergibt vorne und hinten nicht einmal Sinn. Spätestens dann, wenn der Film die Hintergründe des Pools erklärt, kommt man aus dem Lachen nicht mehr raus. Hinzu kommt dann noch das Schauspiel, welches bis auf eine Ausnahme durch die Bank weg schlimm ist.
Entweder müssen die Darsteller komplett totgelaufene Klischees verkörpern, was insbesondere bei den Kindern besonders deutlich wird. Wyatt Russell aber weiß selbst damit nichts anzufangen. Spielt zuerst schrecklich hölzern ohne jegliche Emotionen und gegen Ende overactet er sich regelrecht einen ab. Lediglich Kerry Condon kann überzeugen und ist für mich der einzige Lichtblick des Films. Sie schafft es, aus ihrer Figur das meiste herauszuholen, auch wenn sie nicht wirklich viel zu tun bekommt, und verleiht ihr dennoch eine glaubwürdige Präsenz, ohne das sich ihre Figur wie ein Fremdkörper anfühlt.
Ansonsten ist der Film auch noch ordentlich inszeniert. Für einen derart billig konzipierten Horrorfilm sind einige Szenen tatsächlich ganz gut gefilmt, mit einigen schönen Lichtsetzungen. Nichts weltbewegendes um ehrlich zu sein, aber immer hin etwas.
Night Swim ist letztlich genau die Art von Horror, die ich überhaupt nicht leiden kann und ich frage mich ernsthaft, wie sowas heutzutage noch funktionieren kann. Niemand hatte ihr auch nur im Ansatz eine Vision, und selbst der, zugegeben auch schon sehr vergessenswerte, gleichnamige Kurzfilm bietet keinerlei Grundlage für einen Langspielfilm. Eine Empfehlung gibt es von mir demensprechend nicht und wenn man nicht gerade der schreckhafteste Mensch der Welt ist, wird man hier, so wie ich, kaum bis gar keinen Spaß haben.
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