Das hier wird eher eine Kurzreview, denn all zu viel habe ich zu High Tension nicht zu erzählen. Trotzdem möchte ich den Film hier gerne erwähnen, da er mittlerweile einen gewissen Kultstatus erreicht hat... und ich beim besten Willen nicht verstehen kann, warum!
Worum geht´s?
Marie begleitet ihre Freundin Alex zu deren abgelegenem Elternhaus auf dem Land, um dort in Ruhe zu lernen. Doch die friedliche Atmosphäre schlägt in Terror um, als in der Nacht ein brutaler Eindringling auftaucht. Schon bald beginnt ein verzweifelter Kampf ums Überleben, bei dem niemand sicher ist.
High Tension ist ein französischer Slasher-Film aus dem Jahr 2003, der in einer Zeit erschien, in der Horrorfilme zunehmend auf explizite und drastische Gewaltdarstellungen setzten. Zugleich wird der Film der New French Extremity-Bewegung zugerechnet, einer französischen Filmströmung, die für ihre kompromisslose Darstellung von Gewalt, Tabubrüchen und psychischen Grenzerfahrungen bekannt wurde.
Natürlich war das ein gefundenes Fresse für unsere BPjM (Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien), die den Film relativ zügig einkassierte und ihn für lange Zeit auf den Index verbannte. Erst im Jahre 2023 wurde High Tension schließlich erlöst und erhielt ungekürzt eine Freigabe ab 18 Jahren.
Und nach all der Wartezeit muss ich leider schweren Herzens eingestehen, dass sich die ganze Warterei nicht einmal gelohnt hat. Denn abgesehen von einigen wirklich blutigen und drastische Gewaltspitzen hat dieser Film in meinen Augen kaum etwas zu bieten.
Dabei ist der Anfang im Elternhaus noch wirklich solide. Die Spannung baut sich angenehm auf, bevor es dann auch recht zügig ordentlich zur Sache geht. Die Kills tun beim Zuschauen schon verdammt weh, sind für ein Ex-Index Film auch schön blutig und sehen effektetechnisch einwandfrei aus. Auch die Schauspieler gehen vollkommen in Ordnung, selbst wenn ihre Leistung nie über den Genre-Standard hinausgehen.
Je länger der Film jedoch lief, desto mehr und mehr geht ihm die Puste aus. Teilweise schrammte er bei mir sogar gefährlich nah an gähnende Langeweile vorbei. Gut, ist nun mal ein Slasher-Film und aus meiner Sicht ist das Genre eh nicht wirklich dafür bekannt spannend zu sein. Stattdessen häufen sich hier immer mehr Situationen, die entweder gar keinen Sinn ergeben oder kompletter Unfug sind, was den Unterhaltungsfaktor zusätzlich schmälert
Und dann kam schließlich das Ende... und ich wünschte, es wäre nicht gekommen. Dieses ist auf eine Art und Weiße so dermaßen dämlich, dass es mir rückwirkend den gesamten Film ruiniert hat. Ich habe mich wirklich gefragt, wer das für eine gute Idee gehalten hat. Zwar bekommt man noch einen herrlich blutigen Kill serviert, aber der kann den ganzen Stink am Ende auch nicht mehr überdecken.
High Tension ist für mich damit ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man von einst indizierten Filmen nicht automatisch zu viel erwarten sollte. Natürlich ist das nicht der erste Film, bei dem mir das passiert ist, aber jedes Mal ist es wieder eine derbe Enttäuschung.
Wie anfangs bereits erwähnt, hat der Film mittlerweile einen beachtlichen Kultstatus erreicht und viele Personen können deutlich mehr mit ihm anfangen als ich. Deshalb empfehle ich durchaus, sich selbst ein Bild zu machen, sofern man mit dieser Art von Film überhaupt etwas anfangen kann.
Für mich ist High Tension jedoch ein Opfer seines Genres und vor allem seines eigenen Drehbuchs. Und damit meine ich nicht nur, aber vor allem dieses abenteuerlich bescheuerte Ende.
Punkte (4,5/10)
(Halber Extrapunkt für das starke und atmosphärische erste Drittel!)
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