Die Eiskönigin 1 & 2

Veröffentlicht am 8. September 2026 um 12:04

Eigentlich habe zu Die Eiskönigin gar nicht so viel zu erzählen. Schon der erste Teil liegt meiner Meinung nach hinter vielen anderen Disneyfilmen aus der Meisterwerk-Reihe und konnte mich damals wie heute nicht wirklich begeistern. 

Disney dürfte das allerdings herzlich egal sein. Schließlich spielte der Film stolze 1,2 Mrd. $ an den weltweiten Kinokassen ein und generierte zusätzlich enorme Merchandise-Einnahmen. Und damit ihre neue Gelddruckmaschine nicht plötzlich weniger Geld produziert, war ein Sequel praktisch beschlossene Sache, bevor es überhaupt offiziell beschlossen wurde. Und so bekamen wir Die Eiskönigin 2 , der eigentliche Anlass für diese Review.

Da ich für die Besprechung des zweiten Teils ohnehin den ersten nochmal angesehen habe und zu beiden Filmen etwas sagen möchte, bespreche ich sie hier gleich gemeinsam

 

 

1. Kritik - Die Eiskönigin (Achtung: Enthält Spoiler!)

Ja, der erste Teil ist solide. 

Er macht wenig wirklich schlecht, gleichzeitig aber auch nichts außergewöhnlich gut. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass er bei mir einen besonders bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Dafür lief einfach zu viel an mir vorbei.

Was der Film allerdings hervorragend macht, ist die technische Seite. Die Animation sieht auch heute noch fantastisch aus. Für diese kalten, verschneiten Landschaften mit ihren eisigen Blautönen habe ich ohnehin eine Schwäche. (Wahrscheinlich bin ich als Kind von Ice Age diesbezüglich schon viel zu sehr geprägt worden.) 

Auch Anna und Kristoff gefallen mir als Hauptfiguren sehr gut. Beide sind sympathisch geschriebene, harmonieren wunderbar miteinander und gehören für mich zu den stärksten Duos unter den Disney-Märchenfilmen.

 

Mit der Geschichte selbst werde ich dagegen nicht ganz warm. Ich meine, sie besitzt durchaus eine schöne Botschaft und endet auch auf einer starken emotionalen Note, wirkt gleichzeitig aber auf dem Weg dahin oft erstaunlich unspektakulär. Vielen Handlungsstationen fehlt für mich die nötige Wucht, wodurch mich große Teile der emotionalen Tiefe nicht erreicht hat. 

Das liegt aber auch an Hauptfigur Elsa, mit der ich bis heute nicht besonders viel anfangen kann. Ein Teil davon liegt, um ehrlich zu sein, an ihrem Design. Für mich wirkt sie optisch wie ein Fremdkörper in ihrer eigenen Welt und sticht gegenüber anderen Figuren immer negativ heraus. Darüber hinaus funktioniert auch ihre Figurenzeichnung für mich nicht wirklich. Warum das genau so ist, kann ich allerdings nur schwer erklären. Irgendetwas an ihrer Entwicklung und ihrer Präsentation stört mich, dass ich nie eine richtige Verbindung zu ihr aufbauen kann. 

Bei Schneemann Olaf und Twist-Villain Hans fällt mir die Kritik deutlich leichter. Olaf ist für mich schlicht und einfach nur nervig. Ich finde ihn weder lustig noch charmant , stattdessen ruiniert er viel Stimmung, die der Film eigentlich aufbauen möchte. Hans wiederum ist regelrecht erbärmlich. Über weite Strecken des Films spielt seine Figur kaum eine Rolle, weshalb seine spätere Enthüllung als Antagonist hochgradig konstruiert wirkt. Weder seine Motivation noch sein Sinneswandel fühlen sich natürlich an. Zumal der Film einen derartigen Bösewicht nicht mal nötig hatte, wodurch sich die Figur völlig sinnlos anfühlt.

Auch die Songs schwanken für mich stark in ihrer Qualität. Let it Go funktioniert natürlich hervorragend und hat meiner Meinung nach seinen Kultstatus mehr als verdient. Andere Lieder, wie Olafs Song über den Sommer, haben mit mir kaum etwas gemacht.  

 

Alles in allem bleibt Die Eiskönigin für mich ein völlig solider Animationsfilm, dem ich allerdings deutlich weniger abgewinnen kann als vielen anderen Disney-Meisterwerken. Aber für die kleinen funktioniert er alle mal.

Punkte (7/10) 

 

 

2. Kritik - Die Eiskönigin 2

Was das hier allerdings genau sein soll, ist für mich eine großes Fragezeichen!

Die Eiskönigin 2 funktioniert auf vielen Ebenen nicht, wirkt wie auf dem Reißbrett entstanden und stellt für mich gegenüber dem Vorgänger ein massives Downgrade dar. 

 

Am stärksten zeigt sich das in der Handlung. Die Geschichte ist ein einziger Flickenteppich, bei dem nichts so recht zusammenpassen will. Man merkt dem Film beinahe ununterbrochen an, dass die Machen, wie sie selbst in einer Dokumentation berichtet haben, bis kurz vor Release noch auf der Suche nach einer klaren Richtung waren, wohin die Reise überhaupt gehen soll. 

Das zentrale Mysterium wird sehr ungleichmäßig erzählt und vorangetrieben. Viele Entscheidungen der Handlung und der Figuren ergeben sich nicht organisch aus dem Geschehen. Zahlreiche Auflösungen fühlen sich unkreativ oder halbherzig an, während das Ende wiederum überhastet erscheint und tonal nicht zu restlichen Film passen will. Lediglich der Einstieg in die Geschichte, insbesondere die erst 20 min, funktionieren für mich noch recht gut.

Dass manche Wendungen vorhersehbar sind und sich relativ schnell dekonstruieren lassen, stört mich dagegen weniger. Letztlich handelt es sich immer noch um einen Familienfilm ist, der in erster Linien für Kinder funktionieren soll. In dieser Hinsicht ist es völlig in Ordnung, auch wenn es für ein erwachseneres Publikum etwas enttäuschend sein kann. 

Unter der Schwachen Geschichte leiden auch die Figuren. Elsa erhält als einzige noch eine erkennbare Entwicklung, die allerdings hauptsächlich am Ende stattfindet. Mit Anna, Kristoff und Olaf passiert dagegen über weite Strecken erschreckend wenig. Besonders bei Kristoff ist das zu erkennen, der wortwörtlich für mehrere Minuten aus der Handlung verschwindet. Olaf wiederum ist nochmal nerviger als im ersten Teil und die meisten neu eingeführten Figuren bleiben erstaunlich blass. Hinzu kommt, dass es dem Film aufgrund fehlender antagonistischen Kräften an Dringlichkeit mangelt, wodurch zusätzlich einiges an Spannung verloren geht.

Auch die Songs konnte mich dieses Mal kaum überzeugen. Keines der Lieder ist mir wirklich positiv aufgefallen, und vor allem ihre Einbindung in die Handlung empfinde ich als deutlich schwächer als noch im Vorgänger.

Das einzig große Lichtblick bleibt erneut die Animationsqualität. Technisch hat Disney selbstverständlich noch einmal zugelegt, aber vor allem die farblich Gestaltung gefällt mir ausgesprochen gut. Die Kombination aus den herbstlichen anmutenden Landschaften und den warmen Rosa- und Pastelltönen verleiht dem Film eine wunderschöne Optik, die mir persönlich sogar nochmal besser gefallen hat als die des ersten Teils.

 

Ganz allgemein ist mir die Existenz dieses Sequels dennoch schleierhaft. Nicht, weil der erste keine mögliche Weiterführung der Geschichte geboten hätte, sondern weil es so wirkt, als wäre der immense Erfolg des ersten Teils für Disney bereits Grund genug gewesen, der Fortsetzung grünes Licht zu geben, obwohl die Macher lange damit zu kämpfen hatten, eine klare und vollständige Vision für die Geschichte zu entwickeln.

Leider gab der enorme finanzielle Erfolg Disney weiterhin recht. Mit rund 1,4 Mrd. $ Einspielergebnis an den weltweiten Kinokassen war auch Die Eiskönigin 2 ein gigantischer Erfolg. Dass Das Haus der Maus mittlerweile sogar schon einen dritten und vierten Teil angekündigt hat, lässt jedenfalls keinen Zweifel offen, welches Fazit man aus den Produktionsproblemen des zweiten Teils gezogen hat: Nämlich gar keines! 

Für mich persönlich zählt Die Eiskönigin 2 damit zu den schwächeren Filmen der Disney-Meisterwerke-Reihe. Der Film sieht zwar großartig aus und spricht eigentlich interessante Themen an, wirkt auf mich jedoch erstaunlich seelenlos. Vieles ist vorhanden, doch nur wenig davon entfaltet sein volles Potenzial, was ich angesichts der vorhandenen Ansätze sehr schade finde.

Punkte (5/10)


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