Der Teufel trägt Prada 1 & 2

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026 um 11:16

Mach ich mich unbeliebt, wenn ich sage, dass ich kein Fan von Der Teufel trägt Prada bin? Vermutlich...

Ich möchte auf meinem Blog natürlich meine persönliche und ehrliche Meinung zu Filmen teilen. Und hier muss ich leider sagen, dass sowohl der mittlerweile zum Kultfilm avancierte Erstling als auch die diesjährige Fortsetzung nicht wirklich meine Art von Film sind. Das sind natürlich keine Katastrophen und beide Filme haben definitiv ihre Vorzüge, und ich freue mich für jeden, der mit ihnen mehr anfangen kann als ich. Für mich persönlich hat es jedoch leider nicht wirklich funktioniert.

 

1. Kritik: Der Teufel trägt Prada

Worum geht´?

Die ambitionierte Nachwuchsjournalistin Andy Sachs landet überraschend einen Job bei einem der renommiertesten Modemagazine New Yorks. Als Assistentin der gefürchteten Chefredakteurin Miranda Priestly taucht sie in eine glamouröse Welt voller Luxus, Ehrgeiz und knallharter Erwartungen ein. Doch je erfolgreicher Andy wird, desto mehr gerät ihr eigenes Leben aus dem Gleichgewicht und sie muss entscheiden, wie viel sie für ihre Karriere zu opfern bereit ist.

 

 

Leider kann ich gar nicht auf allzu viel eingehen, da mir der erste Teil insgesamt kaum etwas gegeben hat. Nichts hat mich wirklich aufgeregt oder gestört, gleichzeitig fiel es mir aber auch schwer, handlungstechnisch etwas zu finden, das ich überdurchschnittlich gut oder besonders interessant fand.

Der Teufel trägt Prada ist im Grunde eine ganz klassische "Fish-out-of-Water"-Geschichte, in der sich in diesem Fall eine junge, engagierte Frau in einer ihr völlig unbekannten Umgebung zurechtfinden und beweisen muss. An sich funktioniert auch gut genug, für meinen Geschmackläuft die Geschichte jedoch sehr schablonenhaft ab und bietet keine wirklichen Besonderheiten oder Überraschungen.

Hinzu kommt, dass man über die im Mittelpunkt stehende Modewelt und das Printmediengeschäft als Zuschauer letztlich erstaunlich wenig erfährt. Gerade weil diese Welt den zentralen Schauplatz der Handlung bildet, hätte ich mir deutlich mehr Einblicke in ihre Abläufe und Hintergründe gewünscht. Stattdessen rückt eine Liebesgeschichte zu stark in den Fokus. Diese ist leider aber von allen Handlungssträngen, der mir am wenigsten gefallen hat, insbesondere weil Anne Hathaways Figur hier teilweise recht fragwürdig und egoistisch agiert, was sie stellenweise unsympathisch wirken lässt. 

Zumindest das Schauspiel kann man ohne Einschränkungen loben. Anne Hathaway und Emily Blunt liefern solide Leistungen ab, stechen für mich aber nicht sonderlich heraus. Diese Aufgabe übernehmen vielmehr Meryl Streep und Stanley Tucci. Streep ist hier, wie in so vielen anderen Filmen, schlicht fantastisch. Sie verkörpert Miranda Priestly mit einer solchen Hingabe, Präsenz und Autorität, dass sie nahezu jeden anderen Schauspiel an die Wand spielt. Der Film hat für immer dann am besten funktioniert, wenn sie gerade im Bild stand. Aber auch Stanley Tucci als Nigel ist großartig. Mit kleinen, oft unscheinbar wirkenden Gesten verleiht er seiner Figur erstaunlich viel Persönlichkeit. vor allem im Zusammenspiel mit Streep entstehen meiner Meinung nach die stärksten Szenen des Films. 

Ansonsten kann ich eigentlich nur noch lobend erwähnen, dass der Film zumindest weiß, wie er die Modewelt visuell inszenieren muss, wenn er sie schon inhaltlich nicht wirklich durchleuchtet. Auch das Finale ist nochmal einer der stärkeren Momente der Geschichte, wenngleich dieser Teil etwas mehr Zeit gebraucht hätte, um sich vollständig entfalten zu können.

 

 

Der Teufel trägt Prada ist für mich deshalb letztlich lediglich ein akzeptabler Film, der mich trotz großartiger Darsteller über weite Strecken eher gelangweilt hat und aus seiner interessanten Ausgangslage nur wenig macht. Ich kann dennoch nachvollziehen, warum der Film über die Jahre ein so großes Publikum gefunden hat und viele Zuschauer ihm deutlich mehr abgewinnen können als ich.

Deshalb sollte man sich hier auf jeden Fall seine eigene Meinung bilden. Für einen entspannten Filmabend ist Der Teufel trägt Prada allemal gut geeignet.

Punkte: (5,5/10)

 

 

 

2. Kritik: Der Teufel trägt Prada 2

Worum geht´s?

Jahre nachdem sie ihren Job als Assistentin beim Modemagazin Runway aufgegeben hat, arbeitet Andy Sachs erfolgreich als Journalistin. Als sie plötzlich ihren Arbeitsplatz verliert, kehrt sie zu ihrer ehemaligen Chefin Miranda Priestly zurück. Doch auch Miranda steht vor großen Problemen: Ihr Magazin kämpft mit sinkender Bedeutung in der digitalen Medienwelt und einem Imageskandal. Gemeinsam müssen sie versuchen, Runway zu retten, während alte Konflikte, neue Rivalitäten und die Veränderungen der Modebranche für Spannungen sorgen.

 

 

Wenig überraschend verhält es sich bei der Fortsetzung in vielen Punkten ähnlich wie beim Original. Der Film besitzt größtenteils dieselben Stärken und Schwächen, die sich lediglich etwas anders verteilen.

Größte Stärke ist natürlich erneut das Schauspiel. Meryl Streep und Stanley Tucci liefern wieder hervorragende Leistungen ab harmonieren meiner Meinung nach sogar nochmal besser zusammen als im ersten Teil. Auch Anne Hathaway und insbesondere Emily Blunt gefallen mir hier deutlich besser, da ihre Figuren etwas mehr zu tun bekommen und sich gelegentlich von ihnen doch rech klischeehaften Rollenbildern lösen können.

Darüber hinaus fand ich, dass die Fortsetzung die Modewelt etwas besser beleuchtet und insgesamt stärker inszeniert. Gleichzeitig bleibt aber ein eigentlich sehr interessantes Thema deutlich vernachlässigt, und zwar der Wandel von klassischen Printmedien hin zur digitalen Medienwelt. Dieser Aspekt wird zwar mehrmals angesprochen, bleibt jedoch meist oberflächlich und hätte deutlich mehr Raum benötigt. 

 

Die größte Schwäche des Films ist leider erneut seine Geschichte. Gleichzeitig ist genau das aber auch der Grund, weshalb mir die Fortsetzung letztlich etwas besser gefallen hat als das Original.

Klingt widersprüchlich, ich weiß... 🙃

Die erste Filmhälfte besitzt nämlich noch die Dreistigkeit, nahezu 1:1 exakt dieselbe Geschichte noch einmal zu erzählen. Andy kehrt über Umwegen zu Runway zurück, nur eben als Reporterin statt als Assistentin. Erzählt wird trotzdem erneut, wie sie sich in einer neuen Umgebung behaupten und beweisen muss. Zahlreiche Handlungsstationen und Erzählmuster wurden dabei so deutlich aus dem ersten Film kopiert, dass man zeitweise glauben könnte, man würde sich gerade den ersten Teil anschauen. Das sich diese Filmhälfte zusätzlich in unzähligen Referenzen und Anspielungen auf das Original verliert, macht die Sache nicht unbedingt besser. 

Glücklicherweise schlägt der Film ungefähr ab der Hälfte eine völlig andere Richtung ein. Zugegeben wirkt es erstmal seltsam, da der Film ab der Mitte quasi nochmal beginnt und vieles was vorher geschehen ist, gar keine Relevanz mehr für die folgenden Ereignisse. Gleichzeitig war genau dieser Richtungswechsel für mich die größte Stärke der Fortsetzung. Denn ab diesem Punkt erzählt der Film endlich etwas Eigenständiges und deutlich Interessanteres. Die Handlung löst sich vom Original, entwickelt eigene Ideen und findet meiner Meinung nach sogar zu einem gelungenen und zufriedenstellenden Abschluss.

 

 

Der Teufel trägt Prada 2 ist damit eine Fortsetzung geworden, die mich trotz vieler bekannter Schwächen durchaus positiv überraschen konnte. Die erste Hälfte wiederholt zu viel vom Original, die zweite Hälfte findet jedoch eine eigene Identität und macht dadurch vieles wett.

Fans des ersten Films werden hier vermutlich auf ihre Kosten kommen und eine insgesamt gelungene Fortführung der Geschichte erhalten. Wer dagegen bereits mit dem Original wenig anfangen konnte, wird wahrscheinlich auch hier nur bedingt glücklich werden. Alle anderen sollten sich aber durchaus ihr eigenes Bild machen.

Punkte: (6/10)


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